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Vom aversiven Hundetraining zum positiven Miteinander

In dieser Folge habe ich Emilia zu Gast. Sie steckt mitten in ihrer Ausbildung als Hundetrainerin bei JoyDogs und stellt individuelles Hundezubehör her. Emilia erzählt ihre Geschichte: wie sie mit aversiven Methoden angefangen hat, wie das Zusammenleben dadurch zunehmend belastet wurde — und wie ein bewusster Wechsel hin zu gewaltfreiem, bedürfnisorientiertem Training ihr Leben mit ihrem Hund grundlegend verändert hat. Diese Folge ist für alle, die spüren, dass es im Training anders besser funktionieren kann — ohne Druck, mit klarer Haltung und echtem Respekt.

Aversives Hundetraining: typische Methoden und warum sie noch eingesetzt werden

Aversive Techniken sind in vielen Trainingskontexten noch immer präsent: Leinenruck, laute Schreckreize, „Alphawürfe“, das willkürliche Wegnehmen von Ressourcen. Auf den ersten Blick erscheinen solche Methoden schnell wirksam — weil sie Verhalten kurzfristig unterdrücken. Was sie aber häufig hinterlassen, ist Stress beim Hund, Unsicherheit und eine Beziehung, die sich auseinanderzieht.

Emilia hat genau das erlebt. Sie hat als Jugendliche in einer Hundeschule auf traditionelle Weise gelernt und diese Methoden später selbst angewendet — weil sie dachte, das sei „richtig“. Erst die Erfahrung mit ihrer Hündin machte ihr deutlich, wie schädlich das langfristig sein kann.

Der Preis von Druck und Strafe: wie sich Stress im Alltag zeigt

Der hohe Preis dieser Herangehensweise wird oft erst sichtbar, wenn Probleme sich verschlimmern. Bei Emilia war es das Fressen: Sie hat ihrem Hund Futter hingegeben und später ohne erklärbaren Grund wieder weggenommen — eine Praxis, die ihr so beigebracht wurde. Das Ergebnis war das Gegenteil des Gewünschten: Aria reagierte zunehmend mit Anspannung, Knurren und Zähnefletschen. Es kam so weit, dass sie zeitweise nicht mehr fressen wollte, wenn Menschen im Raum waren.

Solche Symptome sind eindeutig: ein erhöhter Stresspegel, eine Blockade im natürlichen Verhalten und schließlich ein Vertrauensverlust. Emilia beschreibt, wie sie sich dabei selbst immer schlechter fühlte — bis hin zu Angst. Statt die Lage zu verbessern, verschlechterte sich die Beziehung zwischen Mensch und Hund.

Der erste Zweifel: der Wendepunkt, an dem es klar wurde

Der Wendepunkt kam nicht über Nacht, sondern als Folge konkreter Situationen, die nicht mehr zu ignorieren waren. Emilia erinnert sich an eine intensive Begegnung, in der Aria minutenlang die Zähne fletschte, während sie gerade gefressen hatte. Das war für sie der Moment, in dem klar wurde: So darf das nicht weitergehen.

Statt sofort neue, harsche Maßnahmen zu ergreifen, begann Emilia zu hinterfragen — bewusst und ungeschönt. Sie überlegte, wie ihr Verhalten zu Aria’s Reaktion beigetragen hatte. Dieser innere Bruch war der Anfang eines Lernprozesses: Zweifel wurden zur Antriebsfeder für Veränderung.

Ausbildung bei JoyDogs: erst Hinterfragen, dann fundiert lernen

Emilia hat erst kritisch hinterfragt — und danach, um fundiert weiterzulernen, die Ausbildung bei JoyDogs begonnen.
Die Ausbildung war für sie der nächste Schritt, weil sie nicht bloß ein paar Tricks suchte, sondern systematisches, wissenschaftlich fundiertes Wissen über gewaltfreies Training. Bei JoyDogs hat sie gelernt, Körpersprache sicher zu lesen, früher und gezielter zu reagieren — und Trainings so aufzubauen, dass der Hund nicht in Stress gerät, sondern Vertrauen gewinnt. Die Ausbildung hat ihr das methodische Rüstzeug gegeben, um das, was sie erahnt hatte, praktisch und nachhaltig umzusetzen.

Hundetrainer werden

Gewaltfreies Hundetraining in der Praxis: konkrete Veränderungen im Alltag

Nach der Umstellung auf positive Methoden veränderte sich der Alltag deutlich:

  • Beim Fressen setzte Emilia zunächst Ruhe und Abstand ein — später legte sie gezielt noch etwas Attraktiveres zum Napf, sodass Nähe mit etwas Positivem verknüpft wurde. Ergebnis: entspannteres Fressen und wieder berührbare Näpfe.

  • Die Orientierung im Freilauf verbesserte sich, weil Emilia nicht mehr gegen Aufmerksamkeit kämpfen musste, sondern Orientierung lohnend gestaltete.

  • Bei Hundebegegnungen half gezieltes Marker-Training: statt auf Fehler zu reagieren, wurde erwünschtes Verhalten bestätigt — das ist nachhaltig und stressarm.

Wichtig: Es blieb geduldige Arbeit — Überbleibsel aus der Vergangenheit sind normal. Trotzdem ist der sichtbare Unterschied groß: aus Angst und Anspannung wurde Neugier und echte Kooperation.

Konkrete Tipps: Wie du kleine Veränderungsschritte sofort starten kannst

Emilia empfiehlt: fang klein an. Ein einfaches Beispiel, das bei ihr funktionierte: Statt Futter wegzunehmen, legte sie beim Fressen ein noch besseres Leckerli daneben. So wandelte sich „Nähe = Bedrohung“ in „Nähe = Gewinn“. Weitere Schritte:

  • Beobachte und interpretiere Körperzeichen frühzeitig.

  • Belohne kleine, erwünschte Signale sofort (Marker-Training).

  • Setze auf Konsequenz und Geduld statt kurzfristige Bestrafung.

  • Hol dir professionelle Unterstützung, wenn du unsicher bist.

Diese kleinen Erfolge motivieren — und führen Schritt für Schritt zu echtem Wandel.

Warum Emilias Weg Mut macht

Emilias Geschichte ist kein Plädoyer gegen Autorität, sondern ein klares Bekenntnis zu Wirksamkeit und Ethik: Wer sein Vorgehen ehrlich hinterfragt und bereit ist, neu zu lernen, kann eine vertrauensvolle Beziehung zum Hund aufbauen. Die Ausbildung bei JoyDogs war für sie der entscheidende Schritt, Wissen zu strukturieren und in der Praxis sicher anzuwenden.

Wenn du gerade Zweifel hast oder mit Methoden ringst, die sich nicht richtig anfühlen — nimm dir Emilias Veränderung als Beispiel: überprüfen, lernen, neu starten. Kleine Schritte bringen große Wirkung.


Podcastfolge & weiterführende Infos
Hör dir die ganze Folge mit Emilia an — dort erzählt sie ihre Geschichte mit allen Details. Wenn du mehr über die Ausbildung oder unsere Angebote wissen möchtest, schau bei JoyDogs vorbei oder melde dich für ein unverbindliches Kennenlerngespräch:

Im Podcast werden folgende Links erwähnt:

Das besondere Hundezubehör – Vom Ergogeschirr bis hin zur perfekten Gassitasche

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